Zukunft der Arbeit: Wie Künstliche Intelligenz zum wertvollen Teammitglied wird

Arbeitgeber stehen mit Blick auf ihr Personalmanagement aktuell vor mehreren Herausforderungen: Die demografische Lage spitzt sich zu, es mangelt an Fachkräften und Nachwuchstalenten. Zugleich legen die jüngeren Generationen einen höheren Stellenwert auf Freizeit und sinnstiftende Tätigkeiten. Mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz können Unternehmen diese Herausforderungen abfedern und ihren Mitarbeitenden einen Arbeitsplatz mit Zukunftsgeist anbieten.

Die Lage am Arbeitsmarkt: Viel zu tun, wenig Personal

Im dritten Quartal 2022 gab es in Deutschland 873.000 offene Stellen. So die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Damit liegt der Mangel an Fachkräften weiter auf einem hohen Niveau. Und das bleibt so. Die Boston Consulting Group nimmt an, dass bis 2035 die Zahl der Menschen im arbeitsfähigen Alter um drei Millionen zurückgehen wird. Bis 2050 um neun Millionen (und das unter Berücksichtigung einer anzunehmenden Zuwanderung von 300.000 bis 400.000 Menschen pro Jahr). Der Arbeitskräftemangel bedeutet allein in Deutschland jährlich einen Verlust an Wirtschaftsleistung in Höhe von 86 Milliarden Euro. Kurzum: Wer nicht genügend Mitarbeitende hat, obwohl es das Geschäft hergibt, dem geht viel Umsatz verloren. 

Zukunftsforscher Kai Gondlach bei Diamant Software

Zum Fachkräftemangel hinzu kommt ein neues Verständnis von Arbeit: Der Zukunftsforscher Kai Gondlach, Geschäftsführer des PROFORE Instituts für Zukunftsforschung prognostiziert: Im Jahr 2030 wollen 40 bis 50% der Arbeitnehmer*innen im festangestellten Verhältnis ihre Stunden deutlich reduzieren, um die Zeit für das aufzuwenden, was ihnen lieb(er) ist. 

Das Potenzial von Künstlicher Intelligenz im Arbeitsalltag

Arbeitgeber stehen also gleich vor zwei großen Herausforderungen, auf die sie reagieren müssen. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Arbeitsalltag kann eine Lösung sein. Zukunftsforscher Kai Gondlach ist sich sicher, dass KI eine Schlüsseltechnologie dafür ist. Er beruft sich unter anderem auf Andrew Ng, ein weltweit führender Entwickler künstlicher Intelligenz, der sagt: “Genau wie Elektrizität vor hundert Jahren fast alles verändert hat, kann ich mir heute keine Branche vorstellen, die in den nächsten Jahren nicht durch KI verwandelt werden wird.“ 

In einigen Bereichen unseres Alltags ist KI schon ein fester Bestandteil. Man denke an Sprachassistenten oder intelligente Routenplaner. Auch bei der Covid-19-Pandemie sorgte KI dafür, Impfstoffe schneller zu entwickeln. Doch warum hält KI noch nicht im großen Ausmaß Einzug in die Büros? 

Künstliche Intelligenz: Von wegen Science-Fiction

Häufige Ursachen sind mangelndes Wissen über die tatsächlichen Einsatzbereiche der Künstlichen Intelligenz, Vorbehalte über den Einflussbereich der Technologie oder Sorge davor, von der KI gänzlich ersetzt zu werden. Betrachtet man die Technologie jedoch genauer, lösen sich diese Vorbehalte auf. 

KI einzusetzen, bedeutet nicht gleich, dass Algorithmen alle Arbeitsprozesse oder die Produktion von Algorithmen steuern. Das Rechnungswesen ist dafür ein Paradebeispiel, denn gerade bei repetitiven Aufgaben überzeugt die Technologie. Ein klassischer Anwendungsfall von Künstlicher Intelligenz im Rechnungswesen ist das automatische Erkennen und Auslesen von Rechnungs- und Belegdaten von Papier oder PDF-Dokumenten. Das KI-System erkennt auf Basis der vorhandenen Daten Muster und Gesetzmäßigkeiten und lernt daraus. Wird beispielsweise manuell eine Kontierung hinzugefügt, integriert die KI diese in das System und passt Vorschläge basierend auf den neuen Informationen an. Auf Grundlage des Erlernten erzeugt die Software also einen Buchungsvorschlag für die korrekte Kontierung der Rechnung. Die Muster, die die KI erkennt, können genutzt werde: Um intelligente Reportings zu erstellen und wichtige Vorhersagen bezüglich Kennzahlen, Liquidität oder Forderungsausfällen zu treffen. Dem Lernen sind dabei keine Grenzen gesetzt: Vor allem bei der Verarbeitung großer Datenmengen kann die KI den Menschen entlasten. 

KI für die Routine, der Mensch für die Strategie

Durch den Einsatz von KI im Rechnungswesen und Controlling entsteht bei den Mitarbeitenden mehr Zeit für andere wichtige Tätigkeiten und strategisches Denken – die Aufgaben, in denen der Mensch der Maschine überlegen ist. Für die Zukunft der Arbeit in der Buchhaltung bedeutet dies, dass durch den Einsatz der Technologie Zeit eingespart wird. Gleichzeitig bietet es sich an, die Mitarbeitenden zum strategischen Business Partner weiterzuentwickeln, denn hier wird keine Technologie ein Ersatz sein. 

Unternehmen, die mit den Zeichen der Zeit gehen und ihren Wettbewerbsvorteil ausbauen möchten, sind also gut beraten, wenn Sie die Potenziale von Künstlicher Intelligenz als Teammitglieder der Zukunft erkennen und die Technologie schon heute etablieren. Dazu gilt es, die Einsatzmöglichkeiten von KI im Unternehmen zu eruieren, ein offenes Werteverständnis für den Einsatz von KI im Unternehmen zu etablieren und das Personal für die Anwendungen zu schulen. So werden aus den Herausforderungen neue Chancen.  

Cloud, KI und Blockchain: Wie werden wir in Zukunft arbeiten?

Megatrends im Rechnungswesen: Vom Gipfel der überzogenen Erwartungen bis zum Plateau der Produktivität. Wir ordnen ein, womit Sie sich in nicht ganz so ferner Zukunft auseinander setzen.

Marco Maritschnigg
Neue Herausforderungen durch Automatisierung, KI, Big Data und die neue Arbeitswelt wecken das Interesse des studierten Linguisten. Marco teilt seine Erfahrungen im Diamant Blog und schreibt zu aktuellen Trends.

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