Zoff

„Zoff“ – Ein Projekt zur Prävention

Eine zunehmende Gewaltbereitschaft in unserer Gesellschaft negiert niemand mehr. Es mangelt an praktischen Konzepten, diesem nachhaltig zu begegnen. Jugendliche erleben Gewalt in den Medien (real oder imaginär in Comics, Computer- und Videospielen etc.) und im persönlichen Bereich – oft in der Rolle als Zeugin/Zeuge als akzeptiertes und effektives Mittel zur Konfliktbewältigung.

In den letzten Jahren stieg die Anfrage der Jugendämter im präventiven Bereich etwas für Kinder und Jugendliche anzubieten, um ein mögliches, straffälliges Verhalten vorzubeugen. Zoff e. V. entwickelte ein Konzept, u.a. mit Elementen aus „Sozialen Trainingskursen“ und der Streitschlichterausbildung.

Das Projekt

Seit 2006 Jahren führt Zoff e. V. Gütersloh nun erfolgreich so genannte „Verhaltenstrainingskurse“ in Zusammenarbeit mit einigen weiterführenden Schulen aus dem Kreis Gütersloh durch. Es handelt sich dabei um ein praktisches Konzept zur Gewaltintervention und Gewaltprävention. Zur Zielgruppe zählen weibliche und männliche Jugendliche im Alter von 12 bis 16 Jahren an weiterführenden Schulen, die u.a. in der Schule durch ihr gewaltbereites Verhalten auffällig geworden sind.

Der Erstkontakt des Jugendlichen und den erziehungsberechtigten Personen entsteht zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Zoff
e. V. in der Regel über die Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter. Die Teilnahme der Jugendlichen ist freiwillig. Es besteht jedoch die Verpflichtung zur aktiven Teilnahme bis zum Ende der Maßnahme, sofern er zugestimmt hat. Außerdem sollte die Bereitschaft gezeigt werden, sich mit dem eigenen gewaltbereiten Denken und Handeln auseinanderzusetzen.

Durchgeführt werden die Kurse von einer ausgebildeten Fachkraft mit einem abgeschlossenem Hochschulstudium und mehreren Jahren Berufserfahrung in der Arbeit mit Jugendlichen, Eltern und Multiplikatoren und mit Erfahrungen in der therapeutischen Arbeit mit Mädchen und Jungen. Begleitet werden sie von 1 bis 2 Jugendlichen, die erfolgreich am vorangegangenen Kurs teilgenommen haben, so genannten „good-ex“ im Sinne von „good examples“ und „EX“ im Sinne von „ehemalig“. Diese sind im Praktikantenstatus tätig. Sie erhalten eine Beurteilung, die sie ihren späteren Bewerbungsunterlagen hinzufügen können.

Das Ziel ist, dass jene Jugendlichen in diesem Lernzusammenanhang regulativ auf andere Jugendlichen einwirken. Eine Reihe an Wertvorstellungen und Haltungen der Jugendlichen wird in der peer-group entwickelt. Die Reaktionen gleichaltriger Jugendlicher beeinflussen andere Jugendliche wirkungsvoll und nachhaltig. Sie lernen, dass man sich Respekt nicht durch eine „große Klappe“, der Stärkste sein zu wollen, Kloppereien, Provokation der Lehrerin, Schule schwänzen, Diebstähle, durch die Einnahme von Drogen, Beleidigungen von Mitschülern, Erpressung jüngerer Mitschüler etc. verdienen kann.

Weitere Schwerpunkte in der Arbeit sind die intensive Beziehungsarbeit mit jedem einzelnen Jugendlichen und die Gruppenarbeit. Damit Jugendliche ihre eigene Gewalt- und Konfliktbereitschaft und Probleme, die sie haben, ehrlich und offen thematisieren können, ist es wichtig, Vertrauen aufzubauen.

„Zoff“ schafft eine vertrauensvolle Atmosphäre, auch durch die Vorgabe klarer Regeln, die konsequent beachtet und sanktioniert werden.

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