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Wandlungsbereitschaft: Darum geht es bei der Digitalisierung wirklich

17. Juli 2019
Sandra Buschsieweke
Frau mit Tablet

Prozesse überdenken, Ängste überwinden

Digitalisierung braucht mehr als Technologie. Digitalisierung braucht die Bereitschaft, eingefahrene Prozesse radikal zu überdenken und zu ändern. Das weckt mitunter Ängste. Wie können Entscheider ihre Finanzmitarbeiter ins Boot holen und auf die neue Welt vorbereiten?

Transformation interner Finanzdienstleistungen

Neue Technologien verändern ganze Branchen und Fachbereiche, nicht zuletzt auch das Rechnungswesen und Controlling. Laut einer Studie von Hackett erwarten 90 Prozent der Führungskräfte, dass die digitale Transformation die internen Finanzdienstleistungen grundlegend verändern wird. Als Haupttreiber nennen sie Cloud Computing, Automatisierung und fortschrittliche Analysen.

Wer den Sprung in die „intelligente“ Zukunft schaffen will, muss sich dem Wandel stellen und seine Strukturen, Prozesse und Arbeitsweisen auf den Prüfstand stellen. In der Praxis klappt die Transformation jedoch nur, wenn das Team entschlossen mitzieht – und das ist keineswegs selbstverständlich.

Die Digitalwende ist eine Kulturwende

Zwar können sich viele Teams hervorragend neuen Marktbedingungen oder Kundenwünschen anpassen. Aber diese Änderungen berühren nicht den Kern ihrer eigenen Organisation. Anders die digitale Transformation: Wenn die Buchhaltung nahezu vollständig automatisiert ist – was wird dann aus den Buchhaltern? Wenn Kennzahlen auf Knopfdruck ermittelt sind – was bleibt den Controllern noch zu tun? Wer seinem Team angesichts dieser existenziellen Fragen eine Strategie vorgibt, ohne zuvor das Gespräch zu suchen, provoziert Missverständnisse und Widerstände.

Rechnungswesen übernimmt Dateninterpretation

Nehmen wir einen klassischen Mitarbeiter im Rechnungswesen und Controlling als Beispiel. Bislang ist er vor allem mit wiederkehrenden Aufgaben beschäftigt. Er trägt Daten zusammen, prüft deren Qualität und bereitet sie für Berichte und Analysen auf. Da bleibt wenig Zeit, die Daten hinterher auszuwerten, zu interpretieren und Handlungsempfehlungen abzuleiten.

In Zukunft aber erledigen Algorithmen immer mehr seiner Routineaufgaben. Dieser Automatisierungsschub kommt zum richtigen Augenblick, denn beispielsweise Controller sind zunehmend konfrontiert mit anspruchsvollen Aufgaben in der Business Intelligence (BI) – also mit komplexen Datenanalysen und dem Aufdecken von Zusammenhängen und Abhängigkeiten. Dafür bleibt ihnen jetzt mehr Zeit. Auch, weil innovative Software heute mehrdimensionale BI-Analysen ermöglicht, mit der sich unternehmensweite Prozesse interaktiv überwachen, analysieren und steuern lassen. Auf diese Weise können Controller wichtige Managemententscheidungen ideal vorbereiten.

Hocheffiziente Prozesse, schnelle Analysen – das klingt für Manager wunderbar. Doch aus Sicht des Buchhalters oder Controllers ist der Wandel ein Unsicherheitsfaktor. Er hat sich jahrelang bestimmte Abläufe angewöhnt und beherrscht seine Aufgaben routiniert. Nun soll er sich plötzlich in eine neue Rolle finden?

Diese Bedenken sollten Führungskräfte ernstnehmen. Sie sind gefordert, das Gespräch zu suchen und mögliche Sorgen oder auch Anreize offen anzusprechen. Auf diese Weise lassen sich Unterstützer des Wandels bestärken und Gegner auf die zukunftsgewandte Seite ziehen. Und tatsächlich liegt die Digitalisierung ja im Eigeninteresse der Mitarbeiter, denn ihnen eröffnen sich attraktive Karrierechancen. Künftig interpretieren sie in erster Linie die Ergebnisse und Vorschläge der Software und beraten die Unternehmensführung.
Der Bereich Rechnungswesen und Controlling wird zum gefragten Business-Partner und somit zum wertstiftenden Steuerungsinstrument. Spannende Aussichten also – die es dem Mitarbeiter aber zuerst einmal aufzuzeigen gilt.

Culture First als Erfolgsfaktor

Technologischer Wandel hat immer auch einen starken kulturellen Aspekt. Es braucht ein Arbeitsumfeld mit toleranter Fehlerkultur, starkem Innovationsgeist sowie einer klaren Orientierung an den Wünschen der Mitarbeiter. Das Management ist gefragt, diese offeneren Strukturen aktiv zu fördern.

Studien untermauern die tägliche Erfahrung, dass Kommunikation und Unternehmenskultur die entscheidenden Faktoren für eine erfolgreiche digitale Transformation sind. Eine Untersuchung von Capgemini Consulting von 2017 ergab: Unternehmen, die den Wandel besonders erfolgreich meistern – die sogenannten Frontrunner – erkennen die Bedeutung eines digitalen Kulturwandels deutlich stärker als die weniger erfolgreichen Late Adopter (8,8 vs. 6,4 von 10 Punkten; vgl. Abb.).

Frontrunner sind dann auch wenig überraschend eher bereit, den Wandel aktiv zu fördern (8,8 zu 4,4 von 10 Punkten). Sie setzen deutlich stärker auf eine Vertrauens- und Fehlerkultur, auf Mitarbeiterorientierung und -trainings sowie auf Wissensmanagement. Besonders auffällig: Bei 80 % der Frontrunner verantwortet der CEO den Kulturwandel, aber nur bei 10 % der Late Adopter.

Digitalisierung erfordert neben der Technologie eben vor allem Wandlungsbereitschaft. Und Geschäftsführer und Manager, die den Fortschritt vorleben und ihre Mitarbeiter für die Transformation begeistern.

So schafft der kaufmännische Bereich den digitalen Wandel

Wie schöpfen Sie die Vorteile der Digitalisierung für Ihr Rechnungswesen und Controlling voll aus? Finden Sie heraus, wie Sie

  • Prozesse weiter automatisieren
  • Transparenz durch Analysen herstellen
  • flexibel neue Anforderungen abbilden
  • einen nahtlosen Datenfluss im gesamten Unternehmen herstellen
Ein Beitrag von
Sandra Buschsieweke
Rechnungswesen und Controlling sind langweilig? Ganz im Gegenteil: Für den kaufmännischen Bereich wird es zukünftig noch spannender. Diese Meinung vertritt Sandra Buschsieweke und beschäftigt sich im Diamant Blog intensiv mit Zukunftsthemen.

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