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Rechnungswesen digital: Zukunft beginnt, wo die Komfortzone aufhört

29. Juli 2019
Sandra Buschsieweke
Komfortzone verlassen

Wie sich Berufsbilder verändern

Die Digitalisierung ändert viele altgediente Strukturen im Rechnungswesen. Wie verwandelt das die Anforderungen, Aufgaben und Abläufe der Mitarbeiter? Und wie können Manager jene gewinnen, die der Transformation sorgenvoll entgegensehen oder sie gar blockieren?

Die Macht der Digitalisierung

Die Digitalisierung stellt die Geschäftswelt auf ein neues Fundament – die Vernetzung. Sie generiert einen neuen Wert – Daten. Sie erfindet neue Kommunikationsformen – von sozialen Medien bis hin zu Chatbots. Und sie entdeckt überraschende Neuansätze für alte Aufgaben, wie beim autonomen Fahren und eben auch in Fachbereichen wie dem Rechnungswesen und Controlling. Nahezu der gesamte kaufmännische Bereich entwickelt sich derzeit zum hoch performanten Selbstläufer. Auf die Unternehmen und ihre Mitarbeiter kommen gewaltige Veränderungen zu.

Der kaufmännische Bereich wandelt sich grundlegend

Finanzmitarbeiter brauchen weiterhin ein gutes Zahlenverständnis, um Werte intuitiv zu erfassen und Auffälligkeiten in Kostenrechnungen und im Controlling schnell zu entdecken. Und eine genaue, achtsame und zuverlässige Arbeitsweise ist auch künftig entscheidend. Doch die Abläufe, die Kommunikation und die Tools ändern sich massiv.
Mitarbeiter verbuchen nicht länger große Zahlenmengen in möglichst kurzer Zeit. Das erledigen Algorithmen. Überhaupt verschwinden die vertrauten immergleichen Abläufe. Übrig bleiben allein Aufgaben, die mehr gedankliche Flexibilität und Kreativität verlangen, als sie Maschinen leisten können. Mitarbeiter müssen also nicht nur sicher mit digitalen Anwendungen umgehen, sondern auch agiler handeln und mehr Eigenverantwortung übernehmen.

Das schlägt direkt auf die Kompetenzprofile durch. Eine kaufmännische Ausbildung bleibt ein Muss, wenn auch mit einem stärkeren Fokus aufs Digitale. Hier sind die Schulen und Universitäten gefordert, aber vor allem auch die Arbeitgeber. Weiterbildungen beschränken sich künftig nicht mehr auf Steuerrecht und neue Controlling-Trends. Es kommen diverse Inhalte hinzu, allen voran das Bedienen digitaler Anwendungen und der Datenschutz in der digitalen Sphäre. Diese Maßnahmen dienen nicht nur dazu, Mitarbeiter produktiver zu machen. Sie geben ihnen auch ein gutes Gefühl von Sicherheit angesichts der Veränderungen, die auf sie zukommen. Wie wir in einem vorangegangenen Blogartikel gesehen haben, ist laut Studien eine positive Grundhaltung im Team einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren bei der Transformation.

Jüngere Mitarbeiter werden mit den Neuerungen vermutlich bestens klarkommen. Wer mit Facebook, Google und Co. aufgewachsen ist, findet sich schnell zurecht mit einer ReWe- und Controlling-Software wie Diamant 2020, die sich so einfach bedienen lässt wie Consumer-Apps. Spezifische Kenntnisse über SAP-Systeme oder Datev-Anwendungen dagegen verlieren an Bedeutung. Wichtiger für Mitarbeiter in den Fachbereichen ist es, die generelle Logik der digitalen Welt zu verstehen.

Wozu noch Buchhalter?

Ergebnisse im ReWe müssen zwei Anforderungen erfüllen: Präzision und Schnelligkeit. Beides klappt mit digitalen Lösungen besser als je zuvor. Es stehen mehr Daten als Ausgangsmaterial zur Verfügung, das sorgt für maximal genaue Werte – seien es Bestandsbewertungen, Rückstellungen, Abschreibungen, Wertberichtigungen oder Umlagen. Weil außerdem die meisten manuellen Arbeiten entfallen, passieren deutlich weniger Fehler. Und natürlich lassen sich die Daten sehr viel schneller bearbeiten und versenden.

Automatisierung allerorten also. Wird der Mensch überflüssig? Tatsächlich zerstört die Digitalisierung nicht nur alte Aufgaben, sie schafft auch neue. Zukünftig sind immer mehr Mitarbeiter gefragt, die Wissen aus den Datenbergen ziehen und die Vorschläge intelligenter Software prüfen können. Diese Mitarbeiter treffen zudem zunehmend eigenständige Entscheidungen. Sie genießen größere Freiräume, weil es im Digitalen unterschiedliche Wege gibt, ein Ziel zu erreichen. Damit steigt auch ihre Verantwortung, denn individuelle Einstellungen und Vorgaben bestimmen die Ergebnisse wesentlich mit.

Bisher wurde es im Fachbereich nur dann aufregend, wenn sich Gesetze und Vorschriften änderten oder der Termindruck zu Periodenende stieg. Zukünftig werden sich Buchhalter, Kostenrechner und teilweise auch Controller jeden Tag neu anpassen und insgesamt mehr Flexibilität zeigen. Für die Mitarbeiter wird also vieles spannender. Die Unternehmen können für bestmögliche Rahmenbedingungen sorgen, indem sie ein digitalfreundliches und unterstützendes Umfeld schaffen, die Anwender optimal vorbereiten, eine bedienerfreundliche Software einsetzen und einen adäquaten Zeitrahmen für die Umbruchsphase vorgeben.

Der Einzelne wird wichtiger

Die öffentliche Diskussion um die Digitalisierung beleuchtet gern deren vermeintliche Schattenseiten für Mitarbeiter. Weniger medienwirksam, dafür aber realistischer ist ein anderer Aspekt: Die Bedeutung des einzelnen Mitarbeiters steigt – und damit auch seine Jobsicherheit. Wenn die Massenverarbeitung von Buchungen und Zahlen der Vergangenheit angehört, brauchen Unternehmen mehr Experten mit hochqualifiziertem Buchhaltungs- und Digital-Know-how. Verarbeiter lassen sich leicht ersetzen. Nicht so Fachleute für digitale Prozesse: Sie sind für ihr Unternehmen außerordentlich wertvoll. Nicht, weil viel Geld in ihre Weiterbildung geflossen ist. Sondern weil sie die Datengrundlage für strategische Entscheidungen liefern und damit den Kurs am Markt mitbestimmen.

In diesen interessanten Zeiten ist wenigstens eines sicher: Die Gewinner der Digitalisierung sind Finanzmitarbeiter, die über ihre Komfortzone hinausgehen, den Wandel mitgestalten und ihre neuen Chancen zu nutzen verstehen.

So schafft der kaufmännische Bereich den digitalen Wandel

Wie schöpfen Sie die Vorteile der Digitalisierung für Ihr Rechnungswesen und Controlling voll aus? Finden Sie heraus, wie Sie Ihre Prozesse weiter automatisieren, Transparenz durch Analysen herstellen, flexibel neue Anforderungen abbilden und einen nahtlosen Datenfluss im gesamten Unternehmen herstellen.

Ein Beitrag von
Sandra Buschsieweke
Rechnungswesen und Controlling sind langweilig? Ganz im Gegenteil: Für den kaufmännischen Bereich wird es zukünftig noch spannender. Diese Meinung vertritt Sandra Buschsieweke und beschäftigt sich im Diamant Blog intensiv mit Zukunftsthemen.

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